Buch und Liedertexte: Steven Sater (Deutsche Fassung von Nina Schneider)
Musik: Duncan Sheik
Deutschland 1891: Die 13jährige Wendla Bergmann scheitert an ihrer prüden Mutter, sexuell aufgeklärt zu werden. Der Schüler Moritz Stiefel verzweifelt an der Welt und an seinen Eltern, die in erster Linie daran interessiert sind, vor der Außenwelt als perfekte Familie zu erscheinen. Martha Bessel erfährt - anstatt Liebe und Orientierung - rohe Gewalt als Ausdruck elterlicher Fürsorge. Der intellektuelle Überflieger Melchior Gabor hinterfragt das autoritäre System der Erwachsenen vehement, das den Heranwachsenden weder Freiräume noch Würde zugesteht, sondern lediglich darauf abzielt, die strikte Hierarchie zu wahren. Schließlich scheitert Melchior jedoch an seinem eigenen Anspruch, sich seiner gewaltvollen Umwelt zu widersetzen, was fatale Folgen hat.
16 Schülerinnen und Schüler zwischen 14 und 18 Jahren widmen sich diesem schwierigen Stoff und transportieren ihn mit viel Empathie und großem Engagement in das 21. Jahrhundert. Die rockigen Gesangsnummern, begleitet von der achtköpfigen Musicalband, erinnern musikalisch an so manche kraftvolle Jugendrevolte. Währenddessen zeigen die gefühlvollen Balladen zum Teil schmerzhaft auf, wie es in den adoleszenten Seelen wirklich aussieht: ein qualvolles Frühlings Erwachen.