2014 MIRACLE - WUNDERKINDER
Skript: Diana Tappen-Scheuermann
Musik: Reinhard Mey, Tim Minchin
„Sind wir nicht alle ein bisschen hochbegabt?“, fragen sich selbstironisch die Kinder, die dem diesjährigen Musical des Gymnasiums Oberursel Miracle seinen Namen geben. Im Mittelpunkt stehen tatsächlich Wunderkinder: Kinder, denen man eintrichtert, auf wundersame Weise begabt sein zu müssen; Kinder, die sich fragen, wie sie den Anspruch, den ihre Umwelt an sie hat, umsetzen können; Kinder, die einfach Kinder sein wollen – und dabei ganz wundervoll sind.
Die Protagonistin des Musicals, Matilda (Marie-Sophie Kuka), ist wahrhaftig hochbegabt und somit ein Wunderkind im klassischen Sinne. Und das, obwohl sie wahrlich keine Helikoptereltern hat. Im Gegenteil, in Matildas Elternhaus wird eigentlich nur ein Text genauer studiert: das Fernsehprogramm! Matilda jedoch vollbringt tatsächlich Wunder, da sie es mit der Kraft ihrer Gedanken (personifiziert von Eva Varga, Nadine Häußler und Alexandra Kuhlmann) schafft, Dinge zu bewegen. Dies tut sie auch im übertragenen Sinne: Inspiriert von ihren Lieblingskinderbuchfiguren, z.B. von Pippi Langstrumpf (Carlotta Sulzbach) oder Tom Sawyer (Moritz Platen), vermittelt Matilda ihren Mitschülern eine Ahnung von Freiheit und Widerstand: „Even if you’re little you can do a lot ,you mustn’t let a little thing like „little“ stop you.“ (Selbst wenn du klein bist, kannst du eine Menge tun, und eine Kleinigkeit wie „klein sein“ sollte dich nicht davon abhalten). Ironischerweise sind es ihre beschränkten Eltern, die Matilda für alles andere als ein Wunderkind halten: nämlich für ein ziemliches Balg, das weder Germany’s Next Topmodel sehen, noch sein möchte. Doch zum Glück ist Matilda ein fantasievolles Mädchen, das sich seine eigene Welt schafft. Zu dieser haben weder ihre Eltern noch sonstige Knalltüten wie die fiese Schulleitung von Moor (Carolyn Smykla), die Matildas Lieblingslehrerin Frau Süß (Lea Lewalter) feuern möchte, Zutritt.
Ob es Matilda und den andern Kindern gelingt, die Ungerechtigkeiten von Moors zu verhindern? Und ob sie sich das zurück holen können, was ihnen die Generation Frühförderung abspenstig machen will, nämlich Selbstwirksamkeit und Abenteuer? Dies wird in vier Aufführungen verraten werden, nämlich am Fr, 7.11., Sa, 8.11., Fr, 14.11. jeweils um 19.30 Uhr und Sa, 15.11. um 18 Uhr.
Das Skript, das sich etwas an der Romanvorlage Matilda von Roald Dahl orientiert, vielmehr aber an den 21 Darstellerinnen und Darstellern, die dem diesjährigen Musical Gestalt verleihen, stammt von Dr. Diana Tappen-Scheuermann. Die Songs sind dem Broadwaymusical „Matilda“ entlehnt. Die 16köpfige Musicalband (Musikalische Leitung: Marc Ziethen) swingt, rockt und sorgt im Ensemble mit dem Chor und den Solisten für ganz besondere Momente. Die Choreographie stammt vom Ulmer Tanzpädagogen und Tänzer André Koschyk, Regie führen Diana Tappen-Scheuermann und Sebastian Polag. Das Stück wird in deutscher Sprache aufgeführt; die Lieder entsprechen weitestgehend dem englischen Original.